Ibrahima Barry ist in Guinea geboren, wo auch seine Familie wohnt. Als Jugendlicher ist Ibrahima auf der Suche nach einem sicheren Leben nach Deutschland gekommen. Er hat einen Asylantrag gestellt, der abgelehnt wurde. Ibrahima hat lange, wie viele andere geflüchtete Menschen in diesem Land, versucht, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen, die ihm immer wieder verweigert wurde. Seine durch den unsicheren Aufenthaltsstatus und die Fluchterfahrung bereits prekäre Situation wurde dadurch noch prekärer gemacht. Obwohl Ibrahima von Abschiebung bedroht war und keine Arbeitserlaubnis bekommen hat, hat er ein Leben in Mülheim an der Ruhr gefunden. Er hat Briefe an seine Freund*innen geschrieben, mochte Rap und Fußball. Er hatte schon lange mit psychischen Problemen zu kämpfen. Am 06. Januar 2024 befand sich Ibrahima in einer psychischen Ausnahmesituation. Ein Angestellter der Geflüchtetenunterkunft, in der er gelebt hat, hat die Polizei gerufen. Anstatt zu deeskalieren hat die Polizei Ibrahima körperlich und psychisch angegriffen. Im Zuge des Polizeiansatzes wurde Ibrahima zweimal getasert und so entmenschlichend fixiert, dass er gestorben ist. Ibrahima wurde erstickt und hatte einen Herzinfarkt.
Alle 9 Polizist:innen, die am Polizeieinsatz beteiligt waren, werden jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung ohne Todesfolge angezeigt. Ohne Todesfolge!? Wir wissen ganz genau, dass Ibrahima noch am leben wäre, wenn die Polizei nicht gekommen wäre!
Ibrahimas Mutter sagt, dass Ibrahima wie ihre Hände und Füße war. Sie und sein Vater sagen, dass sie denjenigen, die ihren Sohn getötet haben, nicht verzeihen können. Sie verstehen nicht, warum ihr Sohn gestorben ist. Sie wollen wissen, warum ihr Sohn gestorben ist. Zusammen mit ihnen fordert der Solidaritätskreis eine lückenlose Aufklärung des Todes von Ibrahima und unterstützt ihre Nebenklage.
Die Familie will beim Gerichtsprozess dabei sein und wir unterstützen sie bei der Beantragung eines Visums, der Reise, und den alltäglichen Sachen in Deutschland. Dafür brauchen wir eure Spenden, auch für die ganzen juristischen Kosten der Nebenklage.
Ibrahimas Eltern wünschen sich Aufklärung. Wie Ibrahimas Mama sagt, kann sie nicht verzeihen, weil sie nicht verstehen kann, warum ihr Sohn am 06.01.2024 gestorben ist. Aus anderen Fällen tödlicher Polizeigewalt wissen wir, dass wir nicht auf lückenlose Aufklärung vor Gericht hoffen können. Deshalb sammeln wir Geld für unabhängige Aufklärungarbeit. Dafür arbeiten wir zusammen mit der nicht-staatlichen non-profit Untersuchungsgruppe Forensis (Website von Forensis: https://counter-investigations.org). Forensis ist verbündet mit Forensic Architecture, die in UK völlig neue Methoden zur Aufarbeitung von Gewalt mit digitalen Tools entwickelt haben. Forensis arbeitet zusammen mit Angehörigen von Opfern von Staatsgewalt und solidarischen Kollektiven und unterstützt ihre Suche nach Aufklärung und Gerechtigkeit. Sie werden den Polizeieinsatz und die Polizeigewalt, durch die Ibrahima gestorben ist, rekonstruieren.
Ihre Analysen haben unzählige Fälle von staatlicher und anderer Formen von Gewalt aufgeklärt, z.B. die Tötung von Sammy Baker durch die Amsterdamer Polizei oder den rassistischen Anschlag in Hanau. Durch die Zusammenarbeit mit Forensis setzen wir den Wunsch von Ibrahimas Eltern nach Aufklärung um. Auch dafür brauchen wir eure finanzielle Unterstützung.
Die entmenschlichenden Geschichten, die Polizei und Medien über ihn erzählen und einer Täter-Opfer-Umkehr dienen, werden wir nicht einfach so stehen zu lassen. Zusammen mit Ibrahimas Familie, seinen Freund:innen und der guineischen Community in Mülheim an der Ruhr erinnern wir an Ibrahimas Leben und vergessen nicht, dass er durch rassistische Polizeigewalt gestorben ist – Gerechtigkeit für Ibrahima, Aufklärung und Konsequenzen!
Jede Spende hilft. Wenn ihr nichts dazu geben könnt, teilt den Aufruf. Mehr Informationen findet ihr auf Instagram: https://www.instagram.com/solikreis_justiceforibrahima/ oder unserer Webiste: https://justice4ibrahimabarry.noblogs.org
Was wir benötigen
Solidarische Unterstzützung, Geld für:
- Visa, Reise, und Aufenthalt für Familienangehörige, um am Prozess teilzunehmen
- Anwaltskosten
- Unabhängige Aufklärungsarbeit durch Forensis
- Erinnerungs- und Öffentlichkeitsarbeit
Schick eure Spenden an:
Lückenlos e.V.
IBAN: DE19430609674108589900
BIC: GENODEM1GLS (GLS Bank Bochum)
Verwendungszweck: “Solikreis für Ibrahima”